Über die Leber sprechen wir in meiner Praxis ziemlich häufig.
Kein Wunder. Sie ist eines unserer wichtigsten Stoffwechselorgane und jeden Tag damit beschäftigt, Stoffe umzubauen, zu speichern, weiterzuverarbeiten und für die Ausscheidung vorzubereiten.
Und deshalb darf sie auch immer wieder ein bisschen Aufmerksamkeit bekommen.
Was können wir selbst tun?
Eigentlich sind es oft die einfachen Dinge.
Eine ausgewogene Ernährung. Weniger Alkohol. Ausreichend Bewegung. Genügend Schlaf. Nicht ständig nebenbei essen. Und zwischendurch einmal bewusst Pause machen.
Auch Bitterstoffe können unsere Verdauung wunderbar begleiten. Chicorée, Radicchio, Endivie, Löwenzahn oder bittere Kräuter lassen sich ganz unkompliziert in den Alltag integrieren.
Und dann gibt es noch einen kleinen Helfer, den viele meiner Patienten inzwischen schon kennen:
Der Leberwickel
Ich empfehle den Leberwickel tatsächlich sehr häufig.
Warum?
Weil er so einfach ist und sich wunderbar in den Alltag integrieren lässt. Wärme im rechten Oberbauch kann als angenehme Unterstützung empfunden werden und lädt gleichzeitig dazu ein, einmal wirklich zur Ruhe zu kommen.
Und genau das finde ich daran so schön.
Du machst nicht einfach nur einen Wickel. Du legst dich hin. Du nimmst dir Zeit. Du atmest. Du lässt deinen Körper arbeiten.
Gerade nach einem üppigen Essen, in Phasen, in denen die Verdauung etwas träge ist oder wenn man seinem Körper einfach einmal bewusst etwas Gutes tun möchte, kann ein Leberwickel eine schöne Möglichkeit sein.
Natürlich ersetzt er keine medizinische Abklärung, wenn Beschwerden neu auftreten, stark sind oder anhalten.
Und was mache ich in der Praxis?
Wenn jemand mit Verdauungsbeschwerden, Müdigkeit, Spannungszuständen oder dem Gefühl kommt, dass der Körper gerade nicht richtig in seinem Rhythmus ist, schaue ich nicht einfach nur auf ein einzelnes Symptom.
Ich frage mich:
Wie sieht die Ernährung aus?
Wie funktioniert die Verdauung?
Wie ist der Schlaf?
Wie viel Stress gibt es gerade?
Wie bewegt sich der Mensch?
Und welche Unterstützung könnte für diesen Körper im Moment sinnvoll sein?
Je nach Situation können dabei Heilpflanzen, Akupunktur, manuelle Therapie oder naturheilkundliche Ausleitungsverfahren zum Einsatz kommen.
Denn unsere Organe arbeiten nicht einzeln vor sich hin.
Gesundheit entsteht im Zusammenspiel.
Und manchmal braucht es gar nicht viel. Ein paar kleine Veränderungen im Alltag können bereits einen Unterschied machen.